Gefahr erkannt, Gefahr gebannt – Mitarbeiter als Krisen-Frühwarnsystem

Möchte man eine Krise frühzeitig erkennen, sollte man einfach mal im eigenen Unternehmen nachfragen. Aber bei wem?

Es gibt keine zweite Chance für den ersten Eindruck – eine Redensart, die nicht nur für Bewerbungsgespräche gilt, sondern auch für Unternehmenskrisen. Gerade in der Anfangsphase einer Krise entscheidet sich, wie es künftig um Glaubwürdigkeit, Vertrauen und Reputation steht. Ein Unternehmen muss in der Krise mit den richtigen kommunikativen Maßnahmen reagieren, und das so schnell wie möglich. Nimmt ein Unternehmen eine Krise als erstes wahr, verschafft es sich einen strategischen Vorteil: Es gewinnt an Zeit. Aber wie ist es möglich, dass ein Unternehmen eine Krise vor allen anderen wahrnimmt? Der Schlüssel zu dieser Frage sind die Mitarbeiter. Zwei belgische Wissenschaftler haben diese spezielle Stakeholdergruppe in einer Studie genauer untersucht und herausgefunden, welche Eigenschaften besonders wertvoll für eine Krisen-Früherkennung sind.

 

Übung macht den Meister

Nahezu jedes Unternehmen versucht sich auf einen Krisenfall vorzubereiten, natürlich ohne diese spezielle Situation zuvor erlebt zu haben. Jedoch bietet gerade die Erfahrung mit Krisen hohes Potenzial. Die Ergebnisse der Befragung aus Belgien zeigen, dass krisenerprobte Mitarbeiter, eine solche deutlich schneller erkennen. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Mitarbeiter auf vorherige Krisenerfahrung zurückgreifen können oder lediglich an einer Krisensimulation teilgenommen haben. Für Unternehmen heißt das: Es lohnt sich, die Krise zu trainieren.

 

Auf den Abschluss kommt es an

In der Krise ist es wichtig die passende Kommunikationsstrategie zu finden und effektiv umzusetzen. Daher sollten Mitarbeiter, die einen Abschluss im Bereich der Kommunikation haben und somit Experten auf diesem Gebiet sind, in einem Unternehmen Positionen mit Kommunikationsfunktionen besetzen. Denn, was banal klingt, ist am Ende entscheidend: Mitarbeiter, die Erfahrung in diesem Gebiet haben, nehmen eine Krise früher wahr als Mitarbeiter auf der gleichen Position ohne eine solche fachliche, akademische Ausbildung. Möchte ein Unternehmen eine Krise also frühzeitig identifizieren, zeigen die Ergebnisse des belgischen Forscherduos: Das Krisentraining ist gut, das Kommunikationsstudium noch besser.



Dieser Text entstammt der Redaktion des Blogs PRtransfer, der im Rahmen eines Seminars an der Uni Hohenheim entstanden ist. Die Idee dahinter: Sowohl die PR- als auch die Werbeforschung liefern regelmäßig praxisrelevante Erkenntnisse. Diese sind aber meist zu komplex und umfangreich aufbereitet, um den Weg in die Berufspraxis zu finden. Nach dem Motto „Forschung im Klartext“ fassen die Uni-Blogger deshalb aktuelle Ergebnisse aus der Wissenschaft kurz, prägnant und praxisnah zusammen.

Bildquelle: © shutterstock / Gajus

Profilbild Gastautor PRtransfer

Gastautor PRtransfer

Forschung im Klartext

Hinterlassen Sie einen Kommentar